Gleich zu Anfang gab es Caroline Timmins bekannt: EA gibt es – zumindest in der jetzigen Form – nicht mehr. Das liegt daran, daß die englische Sängerin nach zweijähriger Zusammenarbeit mit der Gruppe in ihre Heimat zurückkehrt.

Das mag ein Grund dafür gewesen sein, daß die zahlreich erschienenen Fans „ihre Gruppe“ lautstark unterstützten – die Musik riß vermutlich kaum jemanden zu Ovationen hin. Schlagzeuger Stefan Grauer spielte meistens laut und hatte deutliche Schwierigkeiten, das vorgegebene Tempo zu halten. Nichtsdestoweniger drosch er verkrampft auf seine „Schießbude“ ein. Miss Timmins wollte vielleicht an Nina Hagen oder ihre Landsmännin Kate Bush erinnern; was Artikulation und Intonation anbetrifft, gelang ihr das keineswegs.
Zu ihrer Ehrenrettung muß allerdings gesagt werden, daß der Mann am Mixer die schwierige Akustik der „Zelle“ nicht in den Griff bekam. Er ersetzte fehlende Ausgewogenheit des Klangbildes durch dröhnende Lautstärke. Anstatt den Wünschen des Publikums nachzukommen und die Verstärker etwas zu drosseln, wurden Leute mit empfindsamen Ohren aufgefordert, nach Hause zu gehen.
Lichtblicke in dem trüben Mischmasch von EA waren Bassist Stefan Rein und Gitarrist Hardy Heinlin. Letzterer brachte das Kunststück fertig, Rhythmus- und Leadgitarre gleichzeitig zu spielen. Seine Soli waren intelligent und abwechslungsreich. Stefan Rein spielte seinen Baß wie eine Gitarre und zeigte hohe Qualität; er hatte sie schon früher in der Gruppe „Eklat“ bewiesen. Auch übernahm er das, was Stefan Grauer nicht konnte: er gab der Band ihr rhythmisches Fundament.
Für die Fans mag das Konzert ein Grund zum Jubeln gewesen sein. Für andere nicht.
Martin Gerner
Original-Schreibmaschinenmanuskript vom 15.06.1984.