Konzert mit „Komazu“ in der „Zelle“
„Grausamer Funkjazz“, so meinten die Musiker, erwarte die Besucher beim Konzert der „Komazubaumaschinen GmbH“. Grausam war die Musik der Nordbadener bestimmt nicht, dafür um so hitziger. „Komazu“ heizte derart ein, daß am Ende T-Shirts und Pullover schweißnaß waren.

Zu dem treibenden Rhythmus kamen intelligente und witzige Melodiestimmen. So schlugen sanfte Jazz-Standards plötzlich in wilde Freejazz-Improvisationen um. Duke Ellingtons „Caravan“ wurde mit modernem Reggae-Rhythmus unterlegt und so von der anhaftenden Patina wirksam befreit. Am witzigsten war ein Stück, in dem zu Bebop-Schlagzeug die zwei Saxophone unerbittlich und in vielen Variationen die Titelmelodie des „Denver-Clans“ spielten.
Bei allem Avantgardismus haben die Sechs von „Komazu“ die Tradition nicht vergessen. Saxophonist Gösta von Berger: Unsere Vorbilder sind Lester Young und Archie Shepp, wir selbst kommen vom Sponti-Jazz her. Diese Tradition war auch durch die Rezitation von Texten während des Konzertes gegenwärtig. Alles in allem: ein schöner Abend mit erfrischender, sehr spontaner Musik!
Martin Gerner
Original-Schreibmaschinenmanuskript vom 22.03.1985.