Ganz anders war da einen Tag später die Musik des »Embryo-Ablegers« »Logic Animal«. Roman Bunka und Edgar Hoffmann waren mit »kleinem Gepäck« in die »zelle« gereist: Gitarre, ein 12saitiges Zupfinstrument namens Ut, zwei Synthesizer mit Sequenzern und anderen Effekten. »Musikalische Landschaftsmalerei« nannte ein Besucher die Musik, die sich kaum in gängige Stile einordnen läßt. Fast zweieinhalb Stunden lang entwarfen die beiden Musiker ihre introvertiert-meditativen Klanggemälde. Es hängt nicht von den Synthesizern ab, wie langweilig oder »unmenschlich« Computermusik ist. Noch kommt es darauf an, wer was wie mit diesen Instrumenten macht. Und das, was »Logic Animal« vorführte, war eine überaus faszinierende Synthese natürlicher und elektronischer Klänge.
Martin Gerner
Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger, 17.12.1986.