John Denver, Dave Dudley, Gordon Lightfood und viele, viele andere Musiker haben seine Songs interpretiert – Steve Gilette fällt in die Schublade »Singer/Songwriter«, zuletzt machte der Kalifornier 1966 auf sich aufmerksam. Am vergangenen Dienstag war Gilette wieder einmal im Tübinger »Deutsch-Amerikanischen Institut« zu Gast. Angekündigt war er mit Bandbegleitung, auf der winzigen Bühne des »d.a.i.« stand er dann doch alleine.
Vor einem verblüffend konservativ-verhaltenen Publikum interpretierte er eigene und fremde (unter anderem »City of New Orleans«) Songs zu Gitarrenbegleitung. Es war kein gutes Konzert. Wenn man schon nichts Neues anbieten kann – Gilette hat offenbar vor 20 Jahren einen Stillstand in seiner Entwicklung erreicht – sollte die Darbietung wenigstens technisch überzeugend sein. Das war sie aber leider nicht; das Gitarrenspiel war stellenweise mehr als unsauber und die Intonation unsicher. Wer von den Besuchern nicht gerade nostalgisch veranlagt ist, hätte sich dieses Konzert sparen können.
Martin Gerner
Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger, 13.05.1988.