Morgen, Sonntag, 30. Oktober, ist mit dem Konzert des Klarinettisten Giora Feidmann und seinem Ensemble ein Höhepunkt des »3. Jazzstadt Tübingen«-Festivals erreicht. Der Professor für Klarinette widmet sich dem musikalischen Erbe der jüdischen Kultur; durch Feidmann fand der Klezmer – das ist jüdische »soul music« – wieder internationale Beachtung. Alte liturgische Gesänge und traditionelle Volksweisen wurden von Feidmann neu arrangiert und begeistern nun das Publikum auf allen Kontinenten. Wer Giora Feidmann einmal spielen gehört hat, versteht, warum der Künstler sein Instrument braucht, um sich »auszudrücken« und seine »innere Stimme auf andere zu übertragen«. Begleitet wird der Ausnahme-Musiker im Uni-Festsaal ab 20.30 Uhr vom Bassisten Mark Minkler und Jeff Israel an der Gitarre.
Das »Müller-Braig Conspiration Orchestra« sorgt dann am Dienstag, 1. November, ab 20.30 Uhr im »Zentrum Zoo« für Spannung. Die Kompositionen des Septetts sind vom Jazzrock, dem sogenannten »New Jazz« oder dem Modern-Jazz der 70er beeinflußt und bieten ein vielschichtiges Programm. Als Gast ist bei der aus der »Jazz Unit« hervorgegangenen Formation am Dienstag der Saxophonist Heinz Sauer dabei.
Martin Gerner
Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger, 29.10.1988.