Das Kulturarchiv von Martin Paul Gerner

Freitag, 7. März 1986

Bela Zooth

»Bela Zooth« … füllte den »Kulturschock zelle« am Samstagabend mühelos. Die seit vier Jahren existierende Reutlinger Gruppe hatte sich hier in letzter Zeit rar gemacht – das Publikum war auf die »neuen« »Bela Zooth« gespannt. Viel hat sich nicht geändert. Immer noch gehören die sieben Musiker sicherlich zu den technisch versiertesten Gruppen im Raum. Immer noch ist die Mischung aus amerikanischem Mainstream, funkiger Rhythmusgruppe und perfekten Bläsersätzen à la »Chicago« überzeugend.

Neu bei »Bela Zooth«: Schlagzeuger Mathias Clemens Bergmann alias »Groover D. C.« und Sänger Armin Kurz. Ersterer fügt sich hervorragend ins diffizile Klangbild der Gruppe ein; er spielt sehr »jazzig« und versuchte am Samstag nie, irgendjemanden zu übertönen. Armin Kurz hat eine sehr wandlungsfähige, eher dunkel timbrierte Stimme; egal, ob es jazzige Phrasierungen wie im Ohrwurm »Daytime, Nighttime« sind oder Falsett-Töne, wie sie etwa »Bronski Beat« produzieren – alle diese Stimmlagen und Singstile reproduziert Armin Kurz scheinbar mühelos. Er ist sicher eine wertvolle Bereicherung der Gruppe.

Einziger Wermutstropfen bei »Bela Zooth«: Die Ansagen, die mit ihrer Länge und dem manchmal verkrampften Witz provinziell und unsicher wirken. Sicher ist, daß diese Band, die ja schon beim »Rocktestival« großen Erfolg hatte, das breite Publikum begeistern kann.

Martin Gerner (mpg)


Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger, 07.03.1986.

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