Bei Hauptversammlung ’87 wurde Kindergruppe aufgenommen
Reutlingen. Bei der Jahreshauptversammlung 1987 des Stadtjugendrings Reutlingen herrschte Einigkeit. Diskussionspunkte gab es – im Gegensatz zu früheren Sitzungen – am Montagabend im Haus der Jugend nur wenige. Auch der Vorstand wurde zum großen Teil wiedergewählt.
Aus dem Stadtjugendring ausgetreten ist im vergangenen Jahr der ACR. Begründung: »Wir leisten keine eigentliche Jugendarbeit.« Einen Antrag auf Aufnahme in den SJR hatten der Deutsch-Französische Club und die »Kindergruppe e. V.« gestellt. Vom DFC war dann allerdings kein Vertreter gekommen; einzige Neuaufnahme war – gegen die Stimmen der Jungen Union und der TSG Reutlingen – die »Kindergruppe.«
Gleich zu Anfang gab es beim Kassenbericht lauten Protest vom Vertreter des Stadtjugendrings Bad-Urach: Die Ausgaben stimmten um einen kleinen Betrag nicht. Der Grund war bald gefunden – es handelte sich um einen Übertragsfehler.
Die Aktivitäten des Stadtjugendrings waren, so der alte und neue Vorsitzende Johannes Rinn »vielfältig«. Neben der Mitarbeit in der Kreis- und Landjugendarbeit startete er in 1986 verschiedenste Aktionen. Dies soll auch 1987 so bleiben, allein 14 Seminare bietet der SJR in diesem Jahr an, darunter so attraktive wie ein »Theaterseminar« und eines über Videoproduktionen.
Die Entlastung des Vorstands ging glatt über die Bühne, ebenso die Neuwahl. Die auf Antrag des TSG-Vertreters Rainer Löffler von der Jungen Union geheim durchgeführte Wahl ergab folgende Ämterbesetzung: Johannes Rinn wurde mit 21 von 24 Stimmen wieder zum Vorsitzenden gewählt, Marion Bücher übernimmt das Amt des Stellvertreters. Neuer und alter Kassierer ist Rainer Kurze, Schriftführer Wolfgang Dietz. Neu in der Struktur des Stadtjugendrings sind die drei Beisitzer, die als Referenten für die Bereiche Presse, Seminarvorbereitung und Haus der Jugend arbeiten sollen. Hier wurden Manfred Schwarz, Ulrike Schlemminger und Andreas Lichtenberger gewählt; Gegenkandidaten zu den »Wahlsiegern« gab es keine.
Die Mitgliedsvereine wurden darauf hingewiesen, daß sie durch die Mitarbeit beim Stadtfest 1987 die Möglichkeit einer Selbstdarstellung haben; allerdings wollen nicht alle (»zelle«: »Fasching, Stadtfest und solche Festivitäten ignorieren wir«.) dieses Podium nutzen. Angenommen wurde mit 15 zu drei Stimmen der Antrag von Stadtrat Rainer Buck, die »Friedensstaffette«, die auf ihrem Weg von Flensburg auf die Zugspitze auch nach Reutlingen kommt, offiziell zu unterstützen. Insider befürchten allerdings, daß »hier, wie so oft, gar nichts geschieht.«
Vordringlichstes Ziel, für 1987 bleibt nach Aussage von Johannes Rinn, der Umbau des Haus der Jugend. »Hauptsächlich positiv« sei die Reaktion auf das Umbaukonzept, das der Stadt seit geraumer Zeit vorliegt.
Martin Gerner
Erstveröffentlichung: Reutlinger General-Anzeiger, 11.03.1987.